Blackout: Stop «Stop Online Piracy Act»
16.01.2012 | 3 Kommentare
Leider war die Musikindustrie in vielen Ländern ziemlich erfolgreich mit ihrer Angstmacherei. In den USA stehen immer wieder Gesetze wie der «Stop Online Piracy Act» (SOPA) zur Debatte. Ähnlich wie beim DMCA und bei ACTA verstecken sich hinter SOPA Repressalien Zwecks Gewinnmaximierung der Unterhaltungsindustrie. Mein persönlicher Favorit der Akronyme ist übrigens der «Preventing Real Online Threats to Economic Creativity and Theft of Intellectual Property Act», kurz PROTECT IP Act, kurz PIPA. Der Spass bei den wohlklingenden Namen hört aber rasch auf.
SOPA ist die aktuell brenzligste Idee von RIAA und MPAA, auf Twitter oft auch #MAFIAA genannt. Dieses Gesetz dient offensichtlich der Finanzierung weiterer Yachten für die Direktoren von EMI, Universal und co.; die Bekämpfung des Austauschs von Kultur erreicht damit eine neue Ebene. Denn diesmal steht nichts geringeres als die Meinungsfreiheit auf dem Spiel. Wikipedia fasst es folgendermassen zusammen:
Das Gesetz würde es dem US-Justizministerium und Copyright-Inhabern erlauben, gerichtliche Verfügungen gegen die Betreiber von Internetseiten zu beantragen, die einen Verstoß gegen das US-amerikanische Copyright darstellen. Den Zweck der Maßnahme wählt der Antragsteller. Zum Beispiel kann eine Verfügung Werbeagenturen und Bezahldiensten die Zusammenarbeit mit Inhabern betroffener Internetseiten untersagen und so das Tätigen weiterer Geschäfte verhindern.
Auch das Anzeigen der Internetseite in Suchmaschinen könnte blockiert werden. Durch das Gesetz würde das Herunterladen geschützter Inhalte zu einer schweren Straftat.[...]
Wie ich in einem Artikel der NZZ schon betont habe, könnten Blogs abgeschaltet werden, weil in einem Kommentar ein Link zu urheberrechtlich geschützten Werken gepostet wurde. Besonders verheerend, sollte es sich dabei um einen wichtigen Blog handeln, wie etwa bei den arabischen Unruhen. Hoffen wir, dass der US-Gesetzgeber die Contentindustrie durchschaut und unsere Grundrechte nicht dem Jammern einer blühenden Industrie opfert. Die Inhalte dieses Gesetzes sind übrigens so realitätsfremd und schränken die Grundrechte dermassen ein, dass sich Google, Facebook, Amazon und Wikipedia überlegen, am 18. Januar aus Protest gewisse Dienste abzuschalten. Die Piratenpartei Schweiz wird voraussichtlich vielen Schwesterparteien folgen und unter dem Motto «Stop censorphip» am Blackout teilnehmen. Einen Vorstandsentscheid dazu fällen wir morgen Abend.
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Kommentare
3 Responses to “Blackout: Stop «Stop Online Piracy Act»”
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January 22nd, 2012 @ 21:01
Wer glaubt an den Osterhasen?
Offensichtlich haben die Amis den Roman von Eric Arthur Blair “1984″ bei einem lichten Moment gelesen.
Diese “Gesetze” sollen doch nur “Verbrechen” verhindern.
Eigentlich sehr sinnvoll. So wird der amerikanische Unterhaltungsschrott nicht weiter verbreitet.
Bitte arbeitet vorsorglich nicht mehr mit US-amerikanischen Firmen zusammen!
Aber eigentlich geht es in diesem Gesestz nur darum die bereits üblichen Internetüberwachungen auch per Gesetz zu legitimieren. Der nach dem Sept. 2001 eingeführte Patriot Act (Gesetz zur Stärkung und Einigung Amerikas durch Bereitstellung geeigneter Instrumente, um Terrorismus aufzuhalten und zu blockieren) ist so erfolreich das es ja fast gar keine Terroranschläge mehr gibt und daher braucht es ein neues Gesetz. Ob da Aktionen wie schwarze Webseiten etwas ausrichten können?
January 23rd, 2012 @ 13:51
Jep, einige Senatoren haben ihren Support zurückgezogen und SOPA und PIPA werden vorerst nicht verhandelt. Die Schlacht ist gewonnen, der Krieg geht aber wohl nächstes Jahr mit neuen Vorlagen weiter…
January 23rd, 2012 @ 20:34
Welcher Krieg?
Wenn es ein Krieg wäre, Welche “Changen” hat ein Internet-User und wer sind seine “Gegner”?
Es geht doch “nur” um die totale Überwachung und das ist doch noch lange kein Krieg.
Und wenn es Gesetze gegen eine Überwachung gäbe? Wie könnten diese Gesetze überwacht werden, ohne selbst gegen die Überwachungsgesetze zu verstossen?
Der Osterhase meint das die unlustigen Gesetze die wahren Absichten vernebeln soll.