Proteste in Spanien
20.05.2011 | 1 Kommentar
Mit Fukushima wurden in Libyen keine Menschen mehr getötet und mit Osamas Tötung ist in Japan wieder alles in Ordnung. So langsam gewöhne ich mich daran, dass internationale Ereignisse nur so lange wichtig sind, wie sie den Verkaufszahlen gut tun. Leider. Doch auch das Gegenteil ist der Fall. Es wird erst berichtet, wenn sich eine Story gut verkaufen lässt. Es reicht nicht, dass in Spanien seit Tagen 120’000 Menschen in 70 Städten auf der Strasse stehen. Warum auch? Es ist ja kein Blut geflossen. Vielleicht müssten die Demonstranten ein paar Autos anzünden und auf Polizisten schiessen. Dann wären sie zwar die bösen Rebellen, aber ihre Forderung nach echter Demokratie würde erhört. Schlecht, wenn das wirklich der einzige Weg ist. Ich habe eben Google News gefragt. Die Suche nach «Proteste in Spanien» liefert 473 Resultate. «site:ch Proteste in Spanien» hingegen ist ergebnislos. Es gibt demnach kaum eine Schweizer Zeitung, die bisher darüber schrieb. Nur auf NZZ Online fand ich einen kleinen Beitrag.
Heute wurde ich durch Blick Online auf eine SDA-Meldung aufmerksam, dernach Spanien für das Wochenende jegliche Demonstrationen verbieten will. Gewagt! Der Grund: Die Wahlbehörde befürchtet, die Demonstranten könnten die Regional- und Kommunalwahlen stören. Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero fordert die Demonstranten auf, wählen zu gehen. Denn «nur wer wählen geht, kann etwas verändern.» Da kommt mir ein passender Tweet von gestern in den Sinn: «Kümmere dich um den Staat, oder der Staat kümmert sich um dich.»
Tags: Demokratie > Demonstration > Proteste > Spanien > Spanische Revolution > Wahlen
Kommentare
One Response to “Proteste in Spanien”
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May 23rd, 2011 @ 10:06
[...] anderem auch von uns zur gemeinsamen Erarbeitung von Texten und von den Spaniern zur Koordination der Proteste. Es ist natürlich unmöglich, jedes Pad auf die Legalität der Inhalte zu überprüfen und es ist [...]