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Einmal Demokratie flüssig bitte!

26.05.2010 | 1 Kommentar

Gute Neuigkeiten: auch ich habe den #BPT10 überlebt! Von der Piratengrippe verschont und total übermüdet kam ich nach einem fünftägigen Aufenthalt im 430 Kilometer entfernten #Bingen wieder heil in der Schweiz an. Die Frage, die sich der eine oder andere nun stellt, beantworten die Open Street Maps und Google Maps einstimmig: Nein, es gibt die Ortschaft Googlen nicht ;). Die Hinfahrt der schweizer Delegation haben wir natürlich schön transparent und live über UMTS gestreamt. Die Aufnahme davon ist aber leider noch nicht online.

Wir verfolgten also direkt vor Ort, was tausende über den Livestream und die Medien sahen. Mit 1001 akkreditierten Piraten war das der bisher grösste Bundesparteitag der Piratenpartei Deutschland. Entsprechend waren auch das ZDF und viele weitere Medien vor Ort. Begleitet von etlichen Tweets, Geschäftsordnungsanträgen und guten Essständen (die Rindscurrywurst war genial!) führten wir viele Gespräche und hatten am internationalen Stand die Gelegenheit, uns zu präsentieren. Als Teil des Rahmenprogramms für die internationalen Gäste haben uns zwei Berliner die interaktive Demokratie durch Liquid Feedback schmackhaft gemacht. Übrigens: Es wurde sogar Club-Mate verkauft!

In der Schweiz haben wir ja bereits ein sehr schönes Konzept, das sich direkte Demokratie nennt. Ich bin davon überzeugt und würde niemals die Pseudodemokratie von Deutschland oder den USA akzeptieren. Es gibt aber, wie ich nun weiss, ein weiteres spannendes Konzept: die Liquid Democracy. Das Prinzip ist simpel: jeder Stimmberechtigte hat die Wahl, ob er selber abstimmt oder seine Stimme an einen Experten delegiert. Eine Mehrfachvererbung ist möglich, komplexe Delegationsbäume sind also keine Seltenheit. Die Delegation kann selbstverständlich jederzeit widerrufen werden.

Liquid Feedback ist eine übersichtliche Umsetzung dieses Prinzips. Ich sehe darin ein grosses Potenzial, Piratenversammlungen effizienter abhalten zu können. Denn Anträge werden von Anfang an konstruktiv behandelt und Reibungspunkte früh ersichtlich – das frühe Mitspracherecht jedes Interessierten vermeidet unnötige Parallelen oder überflüsige Arbeit. So kann der Initiant seinen Antrag frühzeitig anpassen oder zu Gunsten eines Gegenvorschlags zurückziehen. Ist die Diskussionsphase einmal durch, kommt das Delegationssystem zur Entfaltung. Das Resultat wird naturgemäss fundierten Meinungen folgen. Die deutschen Piraten haben in Bingen Liquid Feedback als System zur Meinungsbildung angenommen. Um die Praxistauglichkeit für die schweizer Piraten zu überprüfen, sollten wir so rasch wie möglich eine Testinstanz einsetzen. Ist es brauchbar, könnte es eine Bereicherung unseres parteiinternen basisdemokratischen Ansatzes sein. In welcher anderen Partei kann die Basis dem Vorstand so direkt und flüssig Feedback geben? Die Piraten machen’s möglich!

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Kommentare

One Response to “Einmal Demokratie flüssig bitte!”

  1. Denis Simonet » Der Papagei und ich!
    May 30th, 2010 @ 12:21

    [...] Aufenthalt in und um Bingen habe ich auch ein paar Eindrücke mitgebracht. So war ich für einen kurzen Moment ein richtiger [...]

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