Posted by Denis Simonet under Piratenpartei,Politik on May 3 2010, 5 comments |

Natürlich geht’s mal wieder um die bösen Computerspiele. Unser Parlament sieht mich ja schon als Killer. Roland Näf geht nun einen Schritt weiter und stellt mich auf die Höhe von Kinderschändern. So kommentierte er am 30. April im St. Galler Tagblatt das anstehende Verbot von Computerspielen. Wie lächerlich seine Behauptungen sind kriegt man durch seine Polemik als Laie nicht mit. Wie von Fanatikern zu erwarten ist, biegt er die Realität zurecht, um das vorherrschende Unverständnis der Materie der meisten ParlamentarierInnen für seine Zwecke zu missbrauchen. Denn wer kann schon gegen ein Verbot von kinderschändungsähnlichen Taten sein?

Fanatiker Näf, Grossrat im Kanton Bern und Sympathisant der aufgelösten Psychosekte Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis (VPM), meint schon lange mit Computerspieleverboten die Gewalt aus unserer Welt schaffen zu können. Er sieht in Computerspielen den Grund der Kriminalität, die Ursache für Amokläufe und überhaupt geht die Menschheit den Bach ab, wenn brutale Spiele nicht verboten werden. Deswegen beklagt er sich auf Politnetz, dass an LAN-Partys 16-Jährige Spiele ab 16 spielen. Ausserdem bezeichent er die Universität Harvard als unseriös – denn welche seriöse Universität würde schon hinter einer Studie stehen, die den Nutzen von brutalen Computerspielen feststellt? Wenn man ihn mit der Wahrheit konfrontiert verliert er die Haltung und schreibt unter dem Titel Piraten, GLP und andere Freunde von grenzenlosem Liberalismus gehen der skrupellosen Unterhaltungsindustrie auf den Leim wortwörtlich “es ist zum Kotzen”. Es war mir deswegen bisher nicht möglich, in Erfahrung zu bringen, inwiefern seiner Meinung nach ein Verbot dafür sorgt, dass ich kein Counter Strike mehr spiele. Von der Meinungsfreiheit hält er nichts, denn an der Podiumsdiskussion zum Voranstehenden Entscheid des Ständerats zum Spieleverbot sagte er, dass es überhaupt nichts mehr zu diskutieren gebe, denn die Spiele werden sowieso verboten. Auf Politnetz sagt er es folgendermassen:

Mit meinem vorigen Beitrag verabschiede ich mich von dieser Diskussion, denn nachdem der Nationalrat und nun auch die Rechtskommission des Ständerats meinem Anliegen zugestimmt haben, ist die “Sache gegessen”. Wir können uns wieder Interessanterem als Killergames zuwenden, zum Beispiel der sozialen Gerechtigkeit.

Ich frage mich, wie jemand, der eine Diktatur als richtige Staatsform ansieht, Vizepräsident der SP Kanton Bern werden kann und es sogar noch schafft, sich unter dem Vorwand seiner ach so tollen Sozialarbeit in den grossen Rat zu heucheln.

Jeder Pädagoge und Jugendarbeiter mit dem ich bisher geredet habe bestätigt, dass die Gewaltprobleme hauptsächlich aus der mangelhaften Erziehung durch Überforderung der Eltern kommen. Oft fehlt es schlicht an Medienkompetenz – bei den Eltern sowie bei den Kindern und Jugendlichen. Anstatt dieses Problem zu lösen werden alle kriminalisiert, vom Kind bis zum mündigen Bürger. Wobei ich mich so langsam frage, ob Mündigkeit mehr bedeutet als die Pflicht zu haben, Steuern zu bezahlen und im Militär das Schiessen zu lernen…

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5 Comments

  • By Denis Simonet » Der Weltuntergang naht! on 8 May 2010 at 21:17

    [...] naht!Denis Simonet » Der Weltuntergang naht! on Vom Ständerat bestätigt: Ich bin ein Killer!Denis Simonet » Warum ich ein Schwerverbrecher bin on Vom Ständerat bestätigt: Ich bin ein Killer! Meine TweetsWie Burkas die Welt gefährden: [...]

  • [...] des Kapitalismus. Nach der Absurdidätsreihe von Killerevis Spieleverbot,  Psychonäfs Vergleich von Gamern mit Kinderschändern, Savarys paradoxe Postulat und die Unterstützung von BWIS II durch die FDP verwundert mich ehrlich [...]

  • [...] Politiker, sich mit Anwandlungen geistigen Schwachsinns zu profilieren – ich erinnere an das Computerspieleverbot. Die aktuellste Kreation: Lasst uns alle Netzwerkadmins zu Straftätern machen! Als Urheber darf [...]

  • [...] fanatischen Grossrat, der mit einer Psychosekte sympathisiert und aller Vernunft zum Trotz ein Computerspieleverbot durchgebracht hat. Die Totalrevision des Bundesgesetzes betreffend die Überwachung des Post- und [...]

  • [...] und leider seit kurzem Präsident der SP Kanton Bern, schafft es sogar durch die Gleichsetzung von Gamern mit Kinderschändern ein Computerspieleverbot [...]

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