Diaspora: SciFi@pod.geraspora.de · Jabber: SciFi@jabber.ccc.de · Twitter: SciF0r

Vom Austauss und der 404-Bedienung

02.05.2010 | Keine Kommentare

404. So lässt sich die Bedienung im Chinarestaurant in Frauenfeld zusammenfassen. Denn wäre sie eine Website, so würde sie vom Webserver mit der Meldung “Fehler 404 – Seite nicht gefunden” zurückgewiesen. Dennoch waren die knusprige Ente lecker und die Gespräche zwischen Jörg Tauss und den neun weiteren Piraten aus Deutschland und der Schweiz aufschluss- und lehrreich. Pascal Gloor, Jörg und ich nutzten die Gelegenheit, Mitglied der Piraten ohne Grenzen zu werden. Ironischerweise betrug die Rechnung für das Essen am Ende auch noch 404 Franken.

Übrigens: Ich bin nun stolzer Besitzer eines bestickten Ubuntu-Shirts! Erwerben konnte ich dieses nach dem Chinaessen an der Ubuntu Release Party in Winterthur, deren Enterung die Teilnehmerzahl direkt verdoppelte.

Schon als wir Jörg zuvor in Zürich abholten merkten wir rasch, dass er viel Erfahrung und Wissen um die Deutschland- und EU-Politik hat. So fiel auch der heutige internationale Piratenstammtisch in Konstanz gut aus. Das vorangehende Essen wurde zwar allgemein mit “Naja, es schmeckt immerhin nach Essen…” kommentiert. Das hinderte uns aber nicht daran, während dem Austauss im Rheintorturm den Ausführungen von Simon Rupf und Michael Gisiger über die Wahlkämpfe in Winterthur und im Kanton Bern zu lauschen. Für diese Gelegenheit begaben sich sogar bayrische Piraten an den Bodensee.

Jörg erklärte uns dann seine Sicht auf die aktuelle Lage der Piratenparteien. So sieht er in Plakaten die effizienteste und billigste Möglichkeit, Werbung zu machen. Es ist aber trotz der vielen aktuellen Themen und Aufreger nicht Sinn der Sache, auf einem Plakat alle Probleme der Welt anzusprechen. Auf Vorwürfe wie “Ihr seid eine Spasspartei” sollen wir offen reagieren und dem zustimmen. Denn wir sorgen schliesslich dafür, dass die Politik wieder Spass macht und alle daran teilnehmen. Er konnte auch nicht wiederstehen, die aktuellen Geschehnisse zu kritisieren. Die Internet-Enquete, vergleichbar mit unserer Gruppe für Digitale Nachhaltigkeit, sei lächerlich und das Datenschutzgesetz ein Relikt aus den 70er Jahren. Damals galt es, Paletten mit Lochkarten zu schützen. Er kritisierte weiter, dass die Korruption, deren Nachweis für Beamte den Verlust der Rente bedeutet, bei Parlamentariern als Kavaliersdelikt gilt und das Antikorruptionsabkommen der UN bis heute von Deutschland nicht ratifiziert wurde.

Diese Ausführungen waren von Fragen und Folgediskussionen begleitet, wo jeder seinen Standpunkt darstellen konnte. Auch die internationale Zusamenarbeit, die Jörg bei einem Teil unserer Anliegen als notwendig ansieht, war ein Thema. Als aktuelles Beispiel eignete sich der internationale Protest gegen ACTA am 28. Juni 2010 in Luzern. Dabei stiess die Idee einer öffentlichen Versteigerung unserer Grundrechte als Kundgebung auf Anklang.

Fazit: Ein gelungener Anlass mit guten Aussagen und anregenden Vorschlägen. Unbedingt wiederholen!

Verwandte Beiträge:

  1. Piraten: Die Presse versteht sie mal wieder nicht mehr…
  2. Die zehn Thesen zur Netzpolitik
  3. Acta gehört ad acta…

Kommentare

Leave a Reply





Notify me of followup comments via e-mail. You can also subscribe without commenting.

  • Aktuell

  • Meta

  • Archiv

  • Tags

  • Count per Day

    • 484This post:
    • 93315Total visitors:
    • 13Visitors today:
    • 2Visitors currently online: