Wahlkampf der Piraten: Ein Überblick
22.02.2010 | 4 Kommentare
Ich war vorher noch nie an einem Wahlkampf beteiligt. Nun bin ich es sogar als Kandidat auf der Liste 16 der Grossratswahlen Kanton Bern im Wahlkreis Biel-Seeland. Schon einiges davon habe ich berichtet. Die Unterschriftensammlung, die Bestätigung derselben durch die Gemeinden und die Listenverbindung mit der GLP waren bereits mehr Aufwand als gedacht. Mit der erfolgreichen Eingabe der Liste fängt es aber erst richtig an.
Der zentrale Wahlmaterialversand
Der zentrale Wahlmaterialversand ist eine gute Sache. Die Listen haben die Möglichkeit, zentral abgelieferte Faltblätter kostenlos mit den Wahlunterlagen mitschicken zu lassen. Da dies eine sehr günstige Möglichkeit ist, auf sich aufmerksam zu machen, nahmen wir in den vier Wahlkreisen Berner Jura, Biel-Seeland, Bern und Mittelland Süd daran teil. Wir haben den Fehler gemacht, das gesamte Material zu mir nach Hause liefern zu lassen. Wieviel die mehr als 300’000 Flyer wiegen haben wir uns nicht überlegt. So hat schlussendlich ein extra für uns gefüllter LKW die 2.5 Tonnen Material auf fünf Europaletten abgeliefert. Wir mussten somit spontan für die Auslieferung an den Abpackzentren einen Transporter organisieren und ihn mit den über zwei Tonnen Papier händisch beladen. Ich habe daraus eine Erkenntnis gewonnen: bei allen weiteren Wahlen bezahlen wir die höheren Versandkosten und lassen direkt an die Zentren ausliefern.
Zusätzlich nehmen wir an der kostenlosen Stellung von Plakaten in Bern teil. Von Passive Attack lassen wir ausserdem während zwei Wochen in ganz Bern und Biel je 200 A3-Plakate aufhängen.
Die Aktionen
Über die Demonstration mit Richard Stallman und die Autonummernaktion habe ich bereits berichtet. Wir werden am Donnerstag dem 4. März auf dem Chessu-Parkplatz in Biel noch einmal auf die Halterauskunft aufmerksam machen. Wir haben immer noch 21 Aldi-SIM-Karten mit je mindestens 15 Franken Guthaben.
Das Internet bietet aber auch viele Möglichkeiten, um auf uns aufmerksam zu machen. Wir haben uns bei Smartvote angemeldet und nehmen an den Diskussionen im Politnetz teil. Über das Politnetz habe ich ja schon berichtet. Die Liste der Kandidaten mit den meisten Unterstützerstimmen ist nun auch für die Grossratswahlen auf 20minuten.ch ersichtlich. Unterstütze uns durch deine Stimme! Klicke auf der Gruppenseite der Piratenpartei auf alle Kandidaten, um sie zu unterstützen. Vergiss dabei mich nicht ;).
Auch elektronische Petitionen gehören zum Programm. So nehmen wir an der Petition Pro-Jugendkultur teil. Sie fordert das Parlament und den Bundesrat auf:
- Auf das Verbot von elektronischen Videospielen zu verzichten und folgerichtig die entsprechenden Standesinitiativen der Kantone Bern und St.Gallen und den Vorstoss Allemann abzulehnen.
- Stattdessen den Jugendschutz und die Präventionsarbeit in Sachen Medienkonsum bei Jugendlichen zu verstärken.
Ausserdem startet in Kürze das Portal Stopp ACTA offiziell. Über das IGE-Treffen zu ACTA habe ich ja bereits berichtet und eine Zusammenfassung zur Verfügung gestellt, die von der Digitalen Allmend überarbeitet wurde. Die Petition fordert die Regierung auf, die Teilnahme an den ACTA-Verhandlungen einzustellen.
Nimm an beiden Petitionen teil und verbreite sie an all deine Freunde und Bekannten! Weise bei der Gelegenheit auf unsere Kandidatur bei den Grossratswahlen hin.
Die Podiumsdiskussion
Letzten Dienstag Abend wurde ich an die Podiumsdiskussion der lokalen Medien von Biel eingeladen. Im Rotonde wurden 12 Grossrats- und 4 Regierungsratskandidaten in Viererrunden zu Finanzen, Kriminalität, Integration und Sozialem befragt. Ich war in der vierten und letzten Runde zum Thema Ausländerstimmrecht und Burkaverbot dran. Wir waren nur zu dritt, weil der Vertreter der Eidgenossen verschwunden war. Ich vertrat die Meinung, dass es nicht am Staat ist, Kleidervorschriften zu machen. Ausserdem sah ich nicht ein, warum man das lokale Ausländerstimmrecht einführen sollte. Es ist in der Schweiz nicht schwer, sich einbürgern zu lassen.
Leider waren das überhaupt keine Piratenthemen. Ich hatte nur bei meiner Wahlparole am Ende die Gelegenheit, auf die Misstände bei der Videoüberwachung und dem geplanten Gewaltspieleverbot hinzuweisen.
Die Stände
In Biel und Bern stehen je vier Stände auf dem Plan. Nächsten Samstag, den 27. Februar, sind wir den ganzen Tag über in Biel am Zentralplatz und im Bern am Casinoplatz zu finden. Wir verteilen dort Luftballons, Flyer und Kleber und machen auf unsere Themen und Kandidatur aufmerksam. Schau vorbei! Im Piratenwiki findest Du eine Auflistung aller Termine. Wenn Du beim Stand helfen willst, melde dich bei mir. Jeder Helfer ist willkommen.
Verwandte Beiträge:
- Liste der Piratenpartei im Wahlkreis Biel-Seeland
- Gemeindeabklapperhürdenlauf also known as Grossratswahlenteilnahme
- Politnetzveranstaltung zum Wahlkampf im Internet
Kommentare
4 Responses to “Wahlkampf der Piraten: Ein Überblick”
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February 22nd, 2010 @ 15:43
Neuer Blogpost: Wahlkampf der Piraten: Ein Überblick http://www.denissimonet.ch/2010/02/22/wahlkampf-der-piraten-ein-uberblick/ #fb
March 7th, 2010 @ 22:42
Macht ihr mit den 21 Aldi-SIM-Karten eine ähnliche Aktion wie die deutschen Piraten, die haben doch ma SIM verteilt?
March 8th, 2010 @ 08:36
Hast du mir einen Link dazu?
January 3rd, 2011 @ 22:46
[...] Parlament gewannen, beeindruckte sie wenig. Auch unser Achtungserfolg, 0.7% aller Stimmen bei den Berner Grossratswahlen, stimmte die Experten nicht um. Positiver eingestellt waren die grossen Parteien (SVP, FDP, [...]