Posted by Denis Simonet under Piratenpartei,Stand on November 5 2009, 1 comment |

Letzten Samstag haben wir in Lausanne eine Pirateninvasion Reloaded durchgeführt und die Passanten über uns informiert. Da das TSR in Mise au Point einen Bericht über uns bringen wird, war auch ein ganzes Kamerateam der SRG mit dabei. Kamera und Fernsehen sind natürlich für Politiker und Lobbyisten anlockend – deswegen gab es einige interessante Gespräche.

Die vom TSR eingeladenen Gäste

SSA – Société Suisse des Auteurs

Pierre-Henri Dumont, Direktor der SSA, besuchte uns um hallo zu sagen. Während dem Gespräch, das gefilmt wurde, kam aber schnell ans Licht, dass der eigentliche Grund seines Erscheinens die Kamera war. Er hat uns vorgeworfen, dass wir eine ganze Gewerbebranche kaputt machen wollen. Alle Bemühungen, ihm zu erklären, was wir wirklich wollen, sind jedoch gescheitert. Er war nicht bereit, auf unsere Argumente einzugehen und blieb das ganze Gespräch über beim Standpunkt, dass wir den Lebensunterhalt aller Autoren zerstören wollen. Als die Aufnahmen durch waren hat er sich auch nicht die Mühe gemacht, sich bei uns zu verabschieden bevor er verschwand. Von der SSA ist also keine Diskussionsbereitschaft zu erwarten. Ihr Standpunkt ist übrigens, dass HADOPI 2 besser als nichts ist. Bedenklich…

Aloan

Erfreulich hingegen war das Gespräch mit drei Mitgliedern der Band Aloan. Ihr Standpunkt ist zusammengefasst, dass es super ist, wenn wir uns ein besseres System überlegen. Sie möchten sich nicht gross um die Details kümmern und wollen die Ausarbeitung den Politikern überlassen. Sie seien die Band und möchten ihren Lebensunterhalt mit ihrer Musik verdienen können. Wenn wir das schaffen sind sie zufrieden. Sie glauben aber kaum, dass eine Kulturflatrate funktionieren würde – wegen der Aufschlüsselung. Ausserdem sind sie der Auffassung, dass Plattformen wie iTunes den P2P-Austausch von Musik nicht aus der Welt schaffen werden.
Aloan bieten übrigens auf ihrer Website die Möglichkeit, ihre Lieder zu hören. Nutzt sie, ihre Musik ist recht gut :)

Die Grünen

Mit Antonio Hodgers, Nationalrat der Grünen, führten wir ein sehr spannendes Gespräch. Er hat einen sehr sympathischen und ambitionierten Eindruck hinterlassen. Ich bin überrascht, wie enthusiastisch und interessiert er war. Das Resultat: eine Einladung zu einem offizielle Gespräch zwischen den Vorständen der beiden Parteien. Natürlich werde ich darüber berichten, sobald wir diese Einladung erhalten haben.

Die Passanten

Natürlich waren auch Passanten da, mit denen ich Gespräche führte. Es ist erfreulich, wie viele uns gegenüber offen sind. Auf jeden Fall ist es uns wieder gelungen, neue Sympathisanten und Mitglieder zu gewinnen. Die Stände sind sehr effizient und sollten in der ganzen Schweiz regelmässig durchgeführt werden!

Ich möchte es in diesem Abschnitt nicht versäumen, die Alkoholiker zu erwähnen, welche von der Kamera angezogen wurden. Einige davon haben die Dreharbeiten regelmässig gestört und wollten unbedingt ihre Message rüber bringen. Einer hat gefühlte 1000 mal wiederholt, dass das Internet das schlimmste sei, das der Menschheit jemals wiederfuhr. Einen anderen haben wir sogar zu einem Bier einladen müssen, damit es uns möglich war, in der Zwischenzeit das Gespräch zu beenden ;)

Fazit

So viele Stände wie möglich so oft wie möglich überall wo möglich durchführen! Ich bin übrigens immer noch für einen Stand in Uri – denn von da haben wir leider immer noch keinen Piraten. Ich bin auf jeden Fall dabei.

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